In den letzten Jahren ist der Begriff „übersäuerter Organismus“ zu einem der häufigsten Themen in Ernährungsdiskussionen geworden. Das Internet ist voll von Ratschlägen, wie man den Körper „entsäuert“, welche Lebensmittel „entsäuernd“ und welche „säuernd“ wirken. Viele Menschen leben in der Überzeugung, dass Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Sodbrennen mit einer allgemeinen Übersäuerung des Organismus zusammenhängen.
Die Realität sieht jedoch anders aus.
Bei der Metabolisierung von Lebensmitteln entsteht sogenannte Stoffwechselasche, die entweder säurebildend oder basenbildend ist. Der entscheidende Faktor ist der Mineralstoffgehalt – säurebildend wirken vor allem Phosphor und Schwefel, basenbildend hingegen Kalzium, Magnesium, Kalium.
Allgemein lässt sich sagen:
Es ist jedoch wichtig, eine wesentliche Sache zu verstehen:
Der Geschmack hat nichts mit der Wirkung zu tun.
Zitrone schmeckt sauer, wirkt aber im Körper basenbildend. Fleisch schmeckt nicht sauer, ist aber metabolisch säurebildend.
Kurze Antwort: nein.
Lebensmittel können nur den pH-Wert des Urins beeinflussen, nicht jedoch den pH-Wert des Blutes oder des inneren Milieus. Der Organismus hält den pH-Wert des Blutes in einem extrem engen Bereich von 7,35–7,45, was eine Voraussetzung für das Überleben ist.
Sollte der pH-Wert signifikant abweichen, würde es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand handeln, typischerweise eine Azidose oder Alkalose, die eine sofortige medizinische Versorgung erfordert.
Die Stabilität des pH-Werts wird gewährleistet durch:
Das ist der Grund, warum die Idee der „Entsäuerung des Organismus durch Diät“ keine biologische Grundlage hat.
Es kommt häufig zu einer Verwechslung von Begriffen.
Mit „Übersäuerung des Organismus“ bezeichnen Menschen völlig andere Beschwerden – am häufigsten Sodbrennen, Reflux oder ein Gefühl von Schwere und Hitze im Magenbereich.
Aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin ist Sodbrennen meist ein Bild von Hitze im Magen.
Also keine Übersäuerung des Organismus, sondern:
In einem solchen Fall ist es notwendig:
- Reflux
- Hitze im Magen
- Stress und ungeeignete Ernährung
- Mangel an Erholung
Die Säure- und Basenbildung von Lebensmitteln ist ein nützliches Konzept zur Orientierung in der Ernährung, aber kein Maßstab für die Gesundheit des Organismus.
Über die Gesundheit entscheidet der gesamte Lebensstil – Ernährung, Schlaf, Bewegung, Psyche und Beziehungen – nicht der pH-Wert einer Zitrone oder von Spinat.