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Die adjuvante Rolle von Pilz-BetaGlukanen in der konventionellen Krebsbehandlung

Krebs ist nicht nur eine einzige Krankheit, sondern eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen mit einem ähnlichen Prinzip: Ein Teil der Zellen gerät außer Kontrolle, beginnt sich übermäßig zu teilen und passt die Umgebung nach und nach so an, dass sie für sie günstig ist. Dem gegenüber steht das Immunsystem. Im Idealfall erkennt und vernichtet es ungewöhnliche Zellen. Tumore können jedoch die Immunität schwächen und ihre Aufmerksamkeit „ablenken“. Die Standard-Onkologiebehandlung (Chirurgie, Chemotherapie, Strahlentherapie, zielgerichtete Medikamente, Immuntherapie) ist die Grundlage, die Leben rettet. Oft hinterlässt sie jedoch einen geschwächten Organismus und ein müdes Immunsystem. Und das ist der Grund, warum es sinnvoll ist, über eine vernünftige adjuvante Unterstützung (adjuvant = unterstützend) nachzudenken.

Was bewirkt eine onkologische Behandlung und wo gibt es Raum für Unterstützung

Der Chirurg entfernt das Tumorgewebe, Chemotherapie und Bestrahlung zerstören sich schnell teilende Zellen, zielgerichtete Medikamente greifen spezifische Störungen in den Tumorzellen an und die Immuntherapie löst die Bremsen des Immunsystems. Alles zusammen bildet einen Behandlungsplan, dessen Ziel es ist, den Tumor zu unterdrücken oder vollständig zu entfernen. Neben der therapeutischen Wirkung kommt es auch zu Belastungen – Müdigkeit und Erschöpfung, ein schlechteres Blutbild, Haarausfall, Verdauungsprobleme, erhöhte Infektanfälligkeit usw. Eine adjuvante Unterstützung ist dann sinnvoll, wenn sie das Zusammenspiel der Immunzellen verbessert, die Verträglichkeit der Behandlung erleichtert und dabei nicht gegen deren Wirkung arbeitet.

Was sind β-Glukane aus Pilzen

Pilz-β-Glukane (Betaglukane) sind spezifische Polysaccharide, die natürlicherweise in den Zellwänden von Vitalpilzen wie Coriolus, Reishi, Maitake, Chaga usw. vorkommen. Studien zeigen, dass sie ein ausgeprägtes immunmodulatorisches und antitumorales Potenzial besitzen.

Betaglukane aus Pilzen unterscheiden sich von den gewöhnlichen, wie sie beispielsweise in Haferflocken, Hefe oder Gerste vorkommen, deutlich in ihrer Struktur und Wirkung. Die „gewöhnlichen“ wirken hauptsächlich im Verdauungstrakt – sie binden Cholesterin, verbessern die Verdauung und helfen bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels. Im Gegensatz dazu haben Pilz-β-Glukane eine andere räumliche Bindung (sog. 1,3/1,6-β-D-Glukane), die ihnen einen direkten Kontakt mit den Immunzellen ermöglicht. Sie arbeiten also nicht nur im Darm, sondern aktivieren die angeborene und erworbene Immunität – vor allem Makrophagen, dendritische Zellen, NK-Zellen und T-Lymphozyten. Dank dieser „verzweigten“ Struktur fungieren sie als Signalmoleküle, die das Immunsystem ins Gleichgewicht bringen: Sie erhöhen dessen Wachsamkeit, ohne es zu überlasten. Deshalb werden gerade Pilz-β-Glukane in der adjuvanten onkologischen Behandlung eingesetzt, während die Getreide-Glukane eher als metabolisches Nahrungsergänzungsmittel dienen.

Was ist mit β-Glukanen aus Hefe?

Hefebasierte β-Glucane haben zwar auch eine Struktur vom Typ 1,3/1,6-β-D-Glucan und können daher Makrophagen und NK-Zellen aktivieren, sie sind jedoch aus einer einzigen Quelle isoliert und es fehlt ihnen der Komplex weiterer bioaktiver Substanzen, die natürlicherweise in Pilzen vorkommen – zum Beispiel Triterpene, Phenole oder Polysaccharid-Peptide (PSK, PSP). Diese Substanzen verstärken die Wirkung der β-Glucane und helfen auch bei der Regulierung der adaptiven Immunität, Entzündungen und der Geweberegeneration.

Einfach ausgedrückt:

  • Hefe-β-Glucane - aktivieren das Immunsystem schnell, aber die Wirkung ist eher kurzfristig und einseitig.
  • Pilz-β-Glucane - wirken langsamer, aber tiefer und ausgewogener, da sie im Zusammenspiel mit anderen Substanzen im Pilz arbeiten.

Wie modulieren Pilz-β-glucane das Immunsystem?

BetaGlukan aus Heilpilzen sind natürliche Polysaccharide, die als „Lehrer“ des Immunsystems fungieren. Es handelt sich nicht um klassische Vitamine oder Stimulanzien; sie erhöhen die Immunität nicht von sich aus, sondern helfen ihr, besser auf das zu reagieren, was notwendig ist. Nach der Einnahme gelangen die BetaGlukan fast unverdaut durch den Verdauungstrakt bis in den Dünn- und Dickdarm, wo sie von sogenannten Peyer-Plaques – Ansammlungen von Immunzellen in der Darmwand – aufgenommen werden. Dort werden sie von Makrophagen und dendritischen Zellen erkannt, die die β-Glucane „lesen“ und die Information an das gesamte Immunsystem weiterleiten. Sie aktivieren so NK-Zellen, T-Lymphozyten und Makrophagen, die dann präziser zwischen gesunden und Tumorzellen unterscheiden und diese effektiver zerstören können. Mit anderen Worten: β-Glucane helfen dem Immunsystem, intelligent und nicht chaotisch zu arbeiten; sie stärken die Abwehr gegen Tumore, dämpfen aber gleichzeitig unnötige Entzündungen. Deshalb werden sie in der modernen Onkologie als adjuvante, also unterstützende Komponente der Behandlung eingesetzt.

Was bedeutet das in der Praxis? β-Glucane aktivieren das Immunsystem nicht kopflos, sondern verbessern die Bereitschaft und Koordination der angeborenen und erworbenen Immunität. Sie helfen Makrophagen dabei, beschädigte Zellen zu „beseitigen“, unterstützen dendritische Zellen dabei, Informationen besser an T-Lymphozyten weiterzugeben, und fördern die Aktivität der NK-Zellen. Dies ist der wichtigste, klinisch bedeutsamste Mechanismus, weshalb Heilpilze ihren Platz neben der Standardonkologie haben.

Wirken BetaGlukan „direkt“ auf den Tumor?

In modernen wissenschaftlichen Studien werden bei Pilzen auch weitere Effekte beschrieben: die Unterstützung des programmierten Zelltods von Tumorzellen (Apoptose), die Hemmung der Gefäßneubildung im Tumor (Anti-Angiogenese) oder die Beeinflussung des entzündlichen Umfelds um den Tumor. In der Praxis ist jedoch die immunmodulatorische Wirkung am besten belegt, ebenso wie eine bessere Verträglichkeit einiger Therapieschemata, wenn Pilzpräparate mit einer Standardbehandlung kombiniert werden. In dieser Hinsicht ist ihre Anwendung sinnvoll.

Ein Pilz ist nicht nur ein Glukan

Man sollte Pilze immer als Ganzes betrachten, da sie nicht nur BetaGlukan, sondern auch andere bioaktive Substanzen enthalten – Triterpene (typisch für Reishi), phenolische Verbindungen, Sterole, Ergothionein u. a. Diese beeinflussen gemeinsam Entzündungen, oxidativen Stress, Gefäßwachstum und Stoffwechselwege. Deshalb hat ein hochwertiger Extrakt aus dem Pilzfruchtkörper (der idealerweise durch Doppelextraktion – mit Wasser und Alkohol – verarbeitet wurde) ein anderes Wirkungsprofil als das reine Isolat eines „irgendeinen“ Glukans.

Ist die Einnahme von Pilzen sicher?

Im Allgemeinen ja, Pilzextrakte mit BetaGlukanen werden in der Regel gut vertragen. Gelegentlich berichten Patienten mit geschwächter Verdauung von leichten Verdauungsbeschwerden. Es ist ratsam, Ihren Onkologen zu informieren, was genau Sie einnehmen (Name, Hersteller, Dosierung).

Erhöhte Vorsicht ist nach einer Transplantation, bei starker Immunsuppression und bei aktiven Autoimmunerkrankungen geboten; hier ist immer eine individuelle Beratung erforderlich.

Es gibt auch keine Beweise dafür, dass Pilz-β-Glukane die Wirkung einer Chemotherapie beeinträchtigen – ihr Wirkmechanismus unterscheidet sich von dem der Antioxidantien.

Im Gegenteil, aktuelle Daten besagen, dass Pilz-β-Glukane (insb. Coriolus/Reishi) sicher begleitend zur Chemo-/Radiotherapie eingenommen werden können und dass sie die Wirksamkeit der konventionellen Behandlung nicht verringern; im Gegenteil, sie lindern oft Nebenwirkungen (Müdigkeit, Myelosuppression, Mukositis) und können bei einigen Diagnosen das Überleben verbessern.

Ein tschechischer Überblick in Klinická onkologie fasst klinische Studien sowie Metaanalysen zusammen und gibt an, dass Extrakte aus Coriolus und Reishi in vielen Ländern als sichere adjuvante Therapie etabliert sind; in Japan ist PSK aus dem Pilz Coriolus bereits seit Jahrzehnten offizieller Bestandteil der onkologischen Behandlung. Dasselbe Fazit ziehen auch PDQ/NCI und Metaanalysen zu PSK (die Kombination mit Chemotherapie war mit einem besseren Überleben verbunden). Einen praktischen Überblick für Patienten finden Sie auch auf CestaZelvy.cz

Wie wählt man das passende Produkt aus?

  • bevorzugen Sie einen Extrakt aus dem Fruchtkörper gegenüber auf Getreide gezüchtetem Myzel (dieses enthält oft viel Stärke)
  • suchen Sie nach Pilzen mit einer Standardisierung auf den Gehalt an Beta-Glukanen - idealerweise sollte angegeben sein, dass es sich um β1.3/1.6 D-Glukane handelt; bei Reishi ist auch der Prozentsatz an Triterpenen vorteilhaft
  • fragen Sie nach der Art der Extraktion (Wasser + Alkohol), der Herkunft des Rohstoffs und Labortests (Schwermetalle, Pestizide, Mikrobiologie)
  • halten Sie sich bei der Dosierung an die Empfehlungen des Herstellers und Ihres Arztes; in klinischen Studien mit Pilzpräparaten werden häufig langfristige Einnahmeschemata verwendet.

Wie man Pilze in die Behandlung integriert

Pilz-BetaGlukan sind ein Adjuvans – eine Ergänzung zur Standardbehandlung, keine Alternative. Sie sind langfristig während der Behandlung und nach einer onkologischen Therapie sinnvoll, um die Zusammenarbeit der Immunzellen und die Verträglichkeit der Therapie zu verbessern. Es ist realistisch, eine allmähliche, aber stetige Besserung zu erwarten – keine schnelle Veränderung von heute auf morgen. Wenn Sie eine Immuntherapie, Chemotherapie oder Strahlentherapie erhalten, besprechen Sie den Zeitpunkt und das konkrete Produkt mit Ihrem Team. Kommunikation ist die Grundlage für eine sichere Anwendung.

Fazit

Pilz-β-Glukane sind kein „Wunderersatz“ für die Onkologie. Sie ergeben jedoch als Begleitmaßnahme einen rationalen Sinn, da sie dem Immunsystem helfen, koordinierter zu arbeiten, und einige Patienten die Behandlung dank ihnen besser vertragen. In der Onkologie entscheiden Details und Disziplin: ein hochwertiges, standardisiertes Produkt, ein klarer Plan mit dem Arzt und Geduld. Das ist eine Kombination, die zusätzliche Prozentpunkte bringen kann, und diese sind oft entscheidend.

 

Autor: Milan Schirlo, TCM-Therapeut

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