Enzyklopädie
encyklopedie-bg.svg
encyklopedie.svg
Kategorie: Verdauung, akuter Befall, verborgener Erreger, Entgiftung, Lebersystem, Milzsystem, Schmerzlinderung

Anwendung des Rezepts nach der Traditionellen Chinesischen Medizin:

  • antiparasitäre Wirkung – treibt Parasiten aus
  • wärmt den mittleren Erwärmer und den Darm
  • klärt Hitze, beruhigt den Magen
  • bewegt das Blut, löst Schmerzen
  • ergänzt Qi

Beschreibung:

Eine klassische Mischung des berühmten Zhang Zhong-Jing aus dem Jahr 220 n. Chr., die er vor allem zur Behandlung von Spulwürmern (heute auch bei anderen Darmparasiten, Würmern, aber auch bei durch Amöben oder Bakterien verursachten Durchfällen, Protozoeninfektionen durch Giardien oder Blastozysten) zusammenstellte, die von Symptomen wie Bauchschmerzen und Erbrechen begleitet werden (es treten auch Krämpfe, Erbrechen nach dem Essen oder sogar das Erbrechen von Parasiten auf). Sie kann jedoch auch bei chronischen Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden, die sich durch Durchfall oder breiigen Stuhl äußern, verursacht durch Kälte im Darm bei gleichzeitiger Hitze im Magen – wie es bei chronischen parasitären Infektionen der Fall ist. Nach der TCM bevorzugen Spulwürmer Wärme und mögen keine Kälte, daher haben sie, wenn sie sich im Darm ansiedeln, ständig die Tendenz, „der Wärme folgend“ nach oben in Richtung Magen zu wandern, was sich in den oben genannten Symptomen äußert.

Die Behandlung beruht auf vier Prinzipien: Der süße Geschmack fördert die Bewegung (der Würmer), der saure beruhigt sie, der scharfe treibt sie aus und der bittere induziert die Bewegung nach unten. Durch die Verwendung all dieser Geschmacksrichtungen in der Mischung beruhigen wir die Parasiten effektiv, begrenzen ihre natürliche Bewegung „nach oben“ durch den Verdauungstrakt und unterstützen ihre Ausscheidung über den Stuhl. Zudem klären die kalten Kräuter in der Mischung die Hitze im Magen und die heißen vertreiben die Kälte im Darm. Da chronische parasitäre Infektionen den Patienten bei ineffektiver Verdauung oft viel Energie kosten, ergänzen wir zur besseren Nutzung der Mischung auch leicht das Qi.

Indikationen:

Parasitäre Infektionen, die durch Anzeichen von Hitze im Magen und Kälte im Darm gekennzeichnet sind, mit Symptomen wie:

  • wiederkehrende Übelkeit und Erbrechen
  • Druckgefühl, Verdauungsstörungen – danach manchmal Erbrechen von Parasiten
  • extrem kalte Hände und Füße
  • Gurgeln im Bauch – Borborygmen
  • Bauchschmerzen und Krämpfe
  • chronischer Durchfall oder breiiger Stuhl

Moderne Wirkungen:

  • Kandidosen
  • Askariasis (durch Spulwürmer verursachte Krankheit – Darm, Gallenwege, bei Kindern)
  • Hakenwürmer (eine Art Fadenwürmer)
  • Schistosomiasis (Saugwürmer)
  • chronische Gastritis
  • bakterielle Ruhr
  • chronische Ruhr
  • Colitis ulcerosa
  • Reizdarmsyndrom (IBS)
  • chronischer Durchfall
  • Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)
  • Gallensteine

Zunge:

  • unterschiedlich je nach Ausprägung von Kälte/Hitze

Puls:

  • xi
  • ruo
  • evtl. xian
  • jin (fein, schwach, evtl. saitenförmig, gespannt)

Kontraindikationen:

  • nicht bei „explosivem“ Durchfall und Ruhr durch feuchte Hitze anwenden
  • mit Vorsicht in der Schwangerschaft (enthält eine kleine Dosis Fu Zi, das toxisch ist)

Anmerkungen:

Modern wird die Mischung auch bei der Behandlung von Nahrungsmittelallergien oder dem Syndrom des „faulen Darms“ verwendet, sofern das Bild einer Kombination aus Hitze im Magen und Kälte im Darm entspricht.

Zusammensetzung des Rezepts: 

AufbereitungChinesischTschechischLateinisch
 Wu MeiMume-FruchtFruc. mume
 Chuan Jiao Pericarpium zanthoxyli
 Xi XinHaselwurzHerba asari
JiuHuang Lian Chinesische GoldfadenwurzelRhiz. coptidis 
ShengHuang Bai Amur-Korkbaum, RindeCort. phellodendri
 Gan JiangIngwer, WurzelstockRhiz. zingiberis
 Dang ShenGlockenwinde, WurzelRad. codonopsis
 Dang GuiChinesische Engelwurz, WurzelRad. angelicae sinensis
 Fu ZiCarmichael-Eisenhut, SeitenwurzelRad. lateralis aconiti preparata
 Gui ZhiZimtkassie, ZweigRam. cinnamomi