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Kaffee stammt aus Äthiopien und wurde bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. verwendet. Die Kaffeebäume wuchsen wild und die Bewohner erkannten ihre Wirkung wahrscheinlich zuerst durch das Kauen der Früchte. Von Äthiopien aus gelangte er, vermutlich durch Sklaven, in den Jemen. Dort wurden auch die ersten Kaffeebäume gezielt angebaut. Die Niederländer verbreiteten den Kaffeeanbau in ihren Kolonien. Kaffee wurde auf Java, Sumatra und Ceylon angebaut. Die Niederländer schenkten Ludwig XIV. einen Kaffeebaum. Ein ausgewachsener Kaffeebaum wurde dann nach Südamerika geschickt, wo er als erster in dieser Region angebaut wurde.

Bei uns brachten Heřman Černín von Chudenitz und Kryštof Harant von Polschitz und Weseritz den Kaffee Ende des 16. Jahrhunderts von einer Reise nach Konstantinopel mit. Aber Kaffee wurde bei uns erst viel später heimisch. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts begann in Prag ein Hatalah aus Damaskus, genannt Deodatus, Kaffee zu verkaufen. Zu dieser Zeit war er ein Privileg der wohlhabenden Bürgerschicht. Zuerst verkaufte er den Kaffee auf der Straße und in den Häusern der Bürger. Sehr bald gründete er in der Karlsgasse das Café Zum Goldenen Schlange. Kaffee wurde anfangs ähnlich wie Zucker in Apotheken verkauft. Aufgrund seines bitteren Geschmacks galt er als Magenmittel. Und so dauerte es noch eine Weile, bis er sich durch das Dienstpersonal allmählich unter der Bevölkerung verbreitete und auch für einfache Leute erschwinglich wurde.

Kaffee hat einen bitteren Geschmack, ist warm und stimulierend. Er wärmt und trocknet stark aus. Er stimuliert die Herzenergie und leitet sie nach unten. Bei langfristigem Konsum größerer Kaffeemengen schwächt er das Nieren-Yang. Er erzeugt Magenhitze und ist für Frauen bei Brust- und Gebärmutterproblemen nicht zuträglich.

Kaffee als Genussmittel ist 1x täglich geeignet. Wenn wir Kardamom hinzufügen, ist er weniger aggressiv für den Magen. Wenn wir Zucker und Milch hinzufügen, trocknet er nicht so stark aus, belastet aber die Gallenblase sehr.

Kaffee sollte grundsätzlich nicht auf nüchternen Magen getrunken werden, ebenso nicht bei Magengeschwüren, Schwitzen, Schlafproblemen, trockener Haut, Verstopfung, Kälteempfindlichkeit, in den Wechseljahren, während der Schwangerschaft und bei Blutmangel.

Getreidekaffee wärmt die Mitte, leitet Feuchtigkeit aus und trocknet Flüssigkeiten. Er wärmt Herz und Milz. Ohne Milch und Zucker ist er bei einer erkalteten Milz und einer großen Menge an Feuchtigkeit im Körper geeignet. Wir können ihn mit Kardamom oder Zimt anreichern. Er ist nicht geeignet bei Mangel und Erschöpfung der Flüssigkeiten, aufsteigendem Leberfeuer oder bei dessen Stagnation.